Ob Baumaterial, Gartenabfälle, Möbel oder Maschinen: Auf dem PKW-Anhänger wird fast alles transportiert. Genau deshalb ist die Ladungssicherung dort besonders wichtig – und wird besonders oft unterschätzt. Bei einer Vollbremsung aus 50 km/h wirken auf ungesicherte Ladung Kräfte, die sie ohne Weiteres über die Bordwand oder gegen das Zugfahrzeug schieben. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Pflichten gelten, welche Sicherungsmethoden es gibt und welche Ausrüstung Sie für den Alltag brauchen.
Was schreibt das Gesetz vor?
Maßgeblich ist § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO): Die Ladung ist so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten – in der Praxis vor allem die Richtlinie VDI 2700 und die Normenreihe DIN EN 12195.
Verantwortlich ist dabei nicht nur, wer fährt. Auch Fahrzeughalter und Verlader stehen in der Pflicht. Wer mit mangelhaft gesicherter Ladung kontrolliert wird, muss mit Bußgeld und gegebenenfalls Punkten rechnen; bei Gefährdung oder Unfall wird es deutlich teurer. Unabhängig davon kann der Versicherungsschutz leiden.
Welche Kräfte wirken auf die Ladung?
Für die Berechnung der Ladungssicherung im Straßenverkehr geht die DIN EN 12195-1 von folgenden Beschleunigungen aus:
- nach vorne (Bremsen): 0,8-fache Gewichtskraft der Ladung
- zur Seite (Kurven, Ausweichen): 0,5-fache Gewichtskraft
- nach hinten (Anfahren): 0,5-fache Gewichtskraft
Eine 500 kg schwere Maschine drückt beim Bremsen also mit rund 400 daN nach vorne. Diese Kraft müssen Reibung, Formschluss und Zurrmittel gemeinsam aufnehmen.
Die drei Sicherungsmethoden
Formschluss: Die Ladung wird lückenlos an die Stirnwand, die Bordwände oder andere Ladung gestellt, sodass sie sich nicht bewegen kann. Das ist die einfachste und oft wirksamste Methode – auf dem PKW-Anhänger zum Beispiel, indem die Ladung direkt an der vorderen Bordwand anliegt.
Niederzurren (Kraftschluss): Zurrgurte werden über die Ladung gespannt und pressen sie auf die Ladefläche. Die Sicherung entsteht über die erhöhte Reibung. Entscheidend ist hier die Vorspannkraft (STF) der Ratsche – und ein möglichst steiler Zurrwinkel.
Direktzurren: Der Zurrgurt verbindet die Ladung direkt mit einem Zurrpunkt am Anhänger. Hier zählt die zulässige Zugkraft (LC) des Gurtes. Diese Methode eignet sich besonders für Maschinen und Fahrzeuge mit eigenen Anschlagpunkten.
Diese Ausrüstung gehört zu jedem Anhänger
- Zurrgurte mit Etikett nach DIN EN 12195-2 – mindestens zwei, besser vier Stück in passender Länge
- Zurrösen und Zurrmulden als belastbare Anschlagpunkte, falls der Anhänger zu wenige hat
- Antirutschmatten: Sie erhöhen die Reibung erheblich und reduzieren so die benötigte Zurrkraft
- Kantenschutz, damit das Gurtband an scharfen Kanten nicht beschädigt wird
- Abdecknetze für Schüttgut, Grünschnitt und lose Kleinteile
Checkliste vor der Fahrt
- Schwere Ladung nach unten und möglichst mittig über die Achse, Stützlast des Anhängers beachten.
- Ladung formschlüssig an die Stirnwand stellen, Lücken vermeiden oder ausfüllen.
- Antirutschmatten unterlegen, wenn die Ladefläche glatt ist.
- Zurrgurte und Zurrpunkte vor dem Einsatz prüfen – beschädigte Gurte sind ablegereif.
- Gurte spannen, Kantenschutz anlegen, lose Gurtenden sichern.
- Nach den ersten Kilometern anhalten und die Vorspannung kontrollieren.
Fazit
Gute Ladungssicherung auf dem PKW-Anhänger ist kein Hexenwerk: Formschluss nutzen, Reibung erhöhen und mit geprüften Zurrgurten nachsichern. Wer diese Grundregeln beachtet, ist rechtlich auf der sicheren Seite und schützt sich und andere Verkehrsteilnehmer. Die passende Ausrüstung finden Sie in unserer Kategorie Ladungssicherung – bei Fragen hilft Ihnen unser Support gerne weiter.